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canadianflagKanadische Gastfreundschaft & unberührte Tiefschneehänge
Snow Forecast White Wilderness Heliskiing
Sicherheit bei White Wilderness

Unser Sicherheitsprogramm

Ein sicherheitsorientiertes Heliski-Erlebnis in British Columbia

White Wilderness Heliskiing pflegt hohe operative Standards und einen starken teambasierten Ansatz, um unseren Gästen ein sicherheitsorientiertes Programm zu bieten – in Übereinstimmung mit Branchenanforderungen und der Helicat-Canada-Akkreditierung.

Abschnitt 1

Übersicht Sicherheitsprogramm für Gäste

Unser Sicherheitsprogramm für Gäste basiert auf sechs strukturierten Schritten – von der Buchung bis zu jedem Tag des Heliski-Erlebnisses.

Jeder Schritt stellt sicher, dass die Gäste informiert, ausgerüstet und vorbereitet sind, um sicher und mit Vertrauen im Bergumfeld zu skifahren.

Schritt 1

Buchungsphase

  • Die Risiken des Heliskiing sind auf der Website beschrieben, inklusive Link zum Waiver.
  • Gäste müssen den Waiver lesen und unterzeichnen, bevor die Buchungsbestätigung gültig ist.
Schritt 2

Ankunft am Lodge

Bei der Ankunft erhalten die Gäste eine Einführung in das Lodge und das Tagesprogramm. Diese umfasst:

Vorstellung des Teams („Wer ist wer")

Kennenlernen des Lodge-Teams, damit die Gäste während ihres Aufenthalts wissen, an wen sie sich wenden können.

Lodge-Einrichtungen

Rundgang durch das Lodge, die Aufenthaltsräume und die Annehmlichkeiten.

Tagesprogramm und Zeitplan

Übersicht über Tagesprogramm und Zeitplan inklusive täglichem Wetter-Briefing, Risikoprognose und operativer Planung.

Plan für den ersten Tag

Programm und Zeitplan des ersten Tages, einschliesslich des am Folgetag stattfindenden Notfalltrainings.

Notfallprozeduren

Demonstration der Notfallprozeduren am Lodge, inklusive Standort und Funktion des öffentlich zugänglichen Funkgeräts für medizinische oder andere Notfälle während des Aufenthalts.

Skipaket und Ausrüstung

Informationen zum Skipaket und Einrichtung der Ausrüstung durch den Skitechniker.

Schritt 3

Erster Tag - Indoor-Sicherheitsbriefing

Am ersten Morgen direkt nach dem Frühstück findet eine PowerPoint-Präsentation statt, die für alle Gäste obligatorisch ist. Ein Lead Guide erklärt detailliert die Risiken von Heliskiing und Bergreisen. Die Präsentation dauert ca. 45 Minuten (auf Wunsch in Deutsch oder Französisch verfügbar) und umfasst die unten aufgeführten Punkte. Sie dient zugleich als Vorbereitung auf die Outdoor-Übung am Folgetag.

Nach der Präsentation erhalten die Gäste die Waiver in ihrer Sprache und haben Zeit zum Lesen sowie für Fragen, bevor sie unterzeichnen. Ein Guide ist als Zeuge anwesend und beantwortet Fragen.

Skifahren mit dem Guide: Do's and Don'tsDo's und Don'ts im Bergumfeld

Die Grundlagen des Skifahrens mit einem Guide: Anweisungen befolgen, Abstand und Spur halten, sich oberhalb des Guides sammeln.

Strikte Drogen- und AlkoholfreiheitWährend des gesamten Programms verbindlich

Strikte Drogen- und Alkoholfreiheit während des gesamten Programms. Gäste unter Einfluss dürfen nicht an den Heliski-Operationen teilnehmen.

Berg-GefahrenNatürliche Gefahren des Geländes erkennen
  • Tree Wells
  • Bäche / Stämme / Stümpfe / Felsen
  • Gletscherspalten
  • Wechten
  • Lawinen
Sicherheitsausrüstung für Gäste (Demo)Praktische Demonstration jedes Ausrüstungsstücks
  • Das LVS – Funktionen und Tragweise
  • Die Lawinenschaufel – Aufbau
  • Die Lawinensonde – Aufbau
  • Das Gäste-Funkgerät – Funktionen und Anwendung
  • Das Avalanche Airbag System – Tragweise, Auslöser-Verstauung, Funktion
  • Die Companion Rescue Card – Fundort und Inhalt
Vertiefte Risikoschulung:Vertiefung der folgenschwersten Risiken
  • Tree Skiing
  • Tree Wells
  • Wechten
  • Gletscherspalten
  • Lawinen
  • Lawinentypen
  • Was tun bei einer Lawine
Detaillierte Lawinenrettung:Der Rettungsablauf von der Suche bis zur Versorgung
  • Systematische Suche
  • Primärsuchmuster, Grobsuche, Feinsuche, Markieren
  • Sondiertechnik
  • Schaufeltechnik
  • Versorgung der verschütteten Person
  • Fragen und Antworten
Schritt 4

Outdoor-Sicherheitstraining

Die Gäste werden in kleine Gruppen aufgeteilt für ein obligatorisches praktisches Outdoor-Sicherheitstraining am ersten Tag.

Die Gäste erhalten ihre persönliche Sicherheitsausrüstung.

Die gesamte Sicherheitsausrüstung wird am Vortag der Gästeankunft auf Funktion und Vollständigkeit geprüft, mit dokumentierten Resultaten.

Jeder Gast erhält für seinen Aufenthalt:

Erhaltene SicherheitsausrüstungWas jeder Gast für seinen Aufenthalt erhält
  • 1 Mammut Barryvox LVS
  • 1 Funkgerät, programmiert mit allen WWH-Frequenzen
  • 1 Mammut SnowPulse Lawinenairbag-System
  • 1 Lawinenschaufel
  • 1 Lawinensonde
  • 1 Gäste-Sicherheitskarte

Die Gäste erhalten eine Einführung in die Ausrüstung und lernen den Umgang mit jedem Element während der Outdoor-Trainingseinheit. Das Training umfasst:

LVS, Rucksack und Funk - FunktionenEinführung in jedes Ausrüstungsteil
  • LVS-Funktionen: Senden/Suchen/Aus und Limitationen inkl. elektronische Interferenzen.
  • Rucksack-Inhalt: Sonde und Schaufel zusammenbauen und zerlegen, Rescue Card.
  • Funk: Wann und wie zu verwenden, wo zu tragen.
Lawinenszenario - Selbst verschüttetWas zu tun ist, wenn man von einer Lawine erfasst wird
  • LAWINE rufen!
  • Wenn möglich seitlich aus der Lawine herausfahren
  • Snow-Pulse-Auslöser ziehen
  • Schwimmen! Strampeln! Kämpfen!
  • Atemwege schützen
  • Ruhe bewahren
Lawinenszenario - AugenzeugeWas zu tun ist, wenn man Zeuge einer Lawine wird
  • Sicherheit der Stelle prüfen
  • Personen zählen
  • Funk-Notruf
SuchverfahrenKoordinierte LVS-Suche
  • Alle stellen das LVS auf Suchen
  • Letzter Sichtpunkt
  • Ausrüstungshinweise
  • Aufgaben verteilen

Suchdemonstration

  • Signalsuche, Grobsuche, Feinsuche
  • Flugzeug-Anflug
  • Punktsuche mit der Sonde
  • Sonde stehen lassen
  • Mark-Funktion
  • Gäste 2. LVS suchen lassen
  • Mark-Funktion!
SchaufelnEffizient und sicher graben
  • Auf die Sondenspitze zielen
  • Kraftvolles Schaufeln
  • V-Förderband-System
Kleingruppen-Suche organisierenAlles im Team zusammenführen
  • Coaching
  • Aufgaben verteilen
  • Suchmuster
  • Gruppenorganisation
  • Funk im Einsatz
Schritt 5

Helikopter-Prozeduren

Vor dem ersten Flug werden die Gäste über jede Phase der Helikopteroperationen instruiert: Anflug, Einsteigen, Aussteigen und Notfallprozeduren.

Anflugprozeduren

Anflug auf den Heli-Pad

  • Ski-Bündelung und Pack-Prozeduren erklären
  • Tief und langsam
  • Zwei Anflüge – Helikopter zum Gruppenort oder Gruppe zum Helikopter
  • Positionierung von Gruppen und Ausrüstung
  • Rotorabstand erklären
  • Heckrotor
  • Ansteigendes Gelände
  • Nichts über Hüfthöhe – Skis und Boards an der Spitze ziehen

Einsteigeprozeduren

Beim Helikopter

  • Pilot und Engineer vorstellen
  • Augenkontakt – Daumen hoch – Kommunikation
  • Bündeln und Positionieren
  • Keine Gepäckstücke oder Ausrüstung werfen
  • Annäherung an den Helikopter
  • Korbprozeduren bei Notfällen
  • Türfunktionen
  • Sicherheitsgurt-Funktionen
  • Vorsicht mit empfindlichen Teilen

Aussteigeprozeduren

  • Sicherheitsgurte erst lösen, wenn der Guide die Tür öffnet
  • Sicherheitsgurte beim Aussteigen wieder schliessen
  • Huddle-Position
  • Sichtkontrolle – keine Sicherheitsgurte hängen aus der Tür
  • Guides schliessen die Türen
  • Positionierung
  • Ausrüstung am Boden halten, aber nicht greifen
  • Augenkontakt – Daumen hoch
  • Lose Gegenstände – fliegen lassen

Notfallprozeduren

  • Vom Piloten erklärt
  • Standort von ELT, Feuerlöscher und dessen Bedienung sowie Notfallausrüstung
  • Notfallfunktionen von Türen und Fenstern
  • Sicherheit an Bord und Schutzhaltung
  • Aussteigen aus dem Aircraft im Notfall
  • Fragen?
Schritt 6

Briefings im Gelände

Während des gesamten Skitags erhalten die Gäste laufend Briefings im Gelände, um sicheres Verhalten bei Landungen, Pickups und alpinen Gefahren zu festigen.

LandungsprozedurenSicher aus dem Helikopter aussteigen
  • Mit dem Bindungsteil Schnee von den Schuhen entfernen
  • Landeplatz schnellstmöglich verlassen
  • Rucksack anziehen und einstellen – alle Gurte geschlossen?
  • Auslöser herausgezogen
Skifahren mit dem GuideReihenfolge, Abstand und Regrouping im Gelände
  • Guide und seinen Anweisungen folgen
  • Abstand halten und der Spur des Guides folgen
  • Regrouping
  • Oberhalb des Guides anhalten
  • Langsam und kontrolliert in die Gruppe einfahren
  • Bei Verzögerung oder Notfall: Guide per Funk anrufen
Tree SkiingBuddy-System und Tree-Well-Aufmerksamkeit
  • Buddy-System
  • Tree-Well-Erklärung
  • Wie zu vermeiden
  • Rettungstechnik besprechen
  • Demonstration
PickupsRückkehr zum Helikopter für den nächsten Run
  • Beim Pickup oberhalb des Guides anhalten – ggf. zu Fuss hingehen
  • Snow-Pulse-Auslöser verstaut
  • Keine Rucksäcke oder Ausrüstung werfen
  • Bündeln, Skis und Rucksäcke mit den Guides stapeln
  • Huddle-Position
  • Augenkontakt
  • Gelände-Aspekte – Hangneigung, Heckrotor, Anflugrichtung des Helis.
Briefings am Berg und RisikokommunikationKontinuierliche Kommunikation während des gesamten Skitags

Vor dem ersten Run des Tages erläutert der Guide die wichtigsten Risikoaspekte: Risikobewertung, was sie für das Gelände bedeuten, erwartete Lawinensituation, sowie spezifische Geländeelemente oder Run-Charakteristiken, auf die zu achten ist. Wo möglich, werden Beispiele direkt im Gelände gezeigt.

Zusätzliche Risiken wie Felsen, Gletscherspalten, schlechte Schneequalität, ungenügende Schneedecke, Wechten und offene Bäche werden ebenfalls besprochen.

Während des gesamten Skitags erhalten die Gäste vor jedem Run ein Briefing: Run-Name, Länge, allgemeine Richtung und Schlüsselmerkmale. Die Guides geben klare Anweisungen zu Sicherheitsabständen, Skilinien und Sammelpunkten. Wenn sich die Bedingungen während eines Runs ändern, kommunizieren die Guides per Funk.

Die Guides halten zudem während des ganzen Tages eine kontinuierliche Kommunikation untereinander aufrecht und teilen ihre Risikobeobachtungen mit anderen Gruppen und Helikopter-Teams.

Abschnitt 2

Operative Sicherheit und tägliches Risikomanagement

Wie sammelt und verarbeitet das Guide-Team Informationen, und wie führt es eine tägliche Risikobeurteilung durch, um den Tagesplan zu erstellen?

Der Skitag beginnt mit einem Guide-Meeting um 06:30 Uhr; einige Teammitglieder sammeln vorab Informationen, die zu Beginn des Meetings präsentiert werden.

Das Meeting folgt einem etablierten Protokoll, das innerhalb der Guide-Community (ACMG, CSGA, Canadian Avalanche Association (CAA) und Helicat Canada) entwickelt wurde. Dieses Rahmenwerk ist seit den 1980er Jahren in Gebrauch und wird jährlich verfeinert und aktualisiert.

Die Aufzeichnungen jedes Meetings werden dokumentiert und zweimal täglich auf dem von der CAA gepflegten InfoEx-Server geteilt. Dieser Server kann jederzeit von allen akkreditierten Mitgliedern dieser Organisationen eingesehen werden. WWH ist ebenfalls akkreditiertes CAA-Mitglied und kann Informationen von jeder Operation in der Region oder in Kanada über die InfoEx-Datenbank abrufen.

Die InfoEx-Beiträge von Operatoren und Mitgliedern sind ein wichtiger Input für die öffentliche Lawinenprognose der CAA. Regionale Prognostiker stützen sich auf diese geteilten Informationen sowie auf Beobachtungen ihrer regionalen Feldteams, um die Tagesprognosen aus ihren Büros in Revelstoke zu erstellen.

Tägliches Meeting

Morgendliches Guides-Meeting

Das Morgen-Meeting ist das Fundament jedes Skitags. Es bringt Wetterdaten, Risikobeobachtungen und operative Planung zusammen, sodass das Team vor dem ersten Flug auf gleichem Stand ist. Die folgenden Abschnitte umreissen die strukturierte Beurteilung, die jeden Morgen durchgeführt wird.

Wetter & Risiken

Wetter- und Risikobeurteilung

Das Team arbeitet eine strukturierte Sequenz ab: Datensammlung, Wetterprognose-Review und Etablierung der Risikobeurteilung. Jeder Schritt trägt zur strategischen Mentalität und zum operativen Tagesplan bei.

DatensammlungWetterstationen und InfoEx-Beiträge benachbarter Operationen

Daten werden von Wetterstationen auf verschiedenen Höhenstufen in der umgebenden Region gesammelt, einschliesslich:

  • Temperaturen
  • Wind
  • Niederschlagsmengen (Neuschnee in cm oder Wasseräquivalent in mm)
  • Gesamtschneehöhe
  • Wind – Richtung und Geschwindigkeit

Sammeln und Auswerten der InfoEx-Beiträge benachbarter Operationen.

Die Operationen umfassen: Northern Escape Heliskiing, Last Frontier Heliskiing, Skeena Heliskiing, Skeena Cat Skiing, Shames Mountain Resort, Great Bear Heliskiing, Bella Coola Helisports, Burnie Glacier Chalet, Alpine Solutions (CN Railway Safety), Brucejack Mine sowie die Northwest-Avalanche-Crews in Terrace und Stewart.

Ein standardisiertes Berichtsformat liefert eine detaillierte Übersicht jeder Operation, einschliesslich:

  • Wetterbeobachtungen: Temperatur, Neuschnee, Wind und Schneetransport
  • Feldzusammenfassung: Beobachtungen vom Vortag
  • Lawinenbeobachtungen: detaillierte Einträge zu nennenswerten Ereignissen, einschliesslich Typ, Grösse, Auslöser, Dimensionen, Hangneigung, Bruchart und Bruchebene, oft gestützt durch Fotos und Standortdaten
  • Lawinen-Übersicht: Gesamtaktivität im Gebiet
  • Verfolgung persistenter Schwachschichten
  • Risikobewertungen und identifizierte Lawinenprobleme
  • Schneeprofile: am Vortag erstellt, mit grafischer Darstellung und Standort
  • Geländemanagement: strategischer Ansatz, Restriktionen, gefahrenes Gelände (Höhe, Exposition, Hangneigung, Geländetyp, ATES-Klassifizierung, Windexposition)
  • Allgemeine Mitteilungen: operative Notizen wie Ruhetage, Transfers oder andere relevante Informationen
Wetterprognose-ReviewKarten, Satellitenbilder und Aviation-Wetter

Eine Wetterprognose-Review & Analyse wird durchgeführt:

  • Wetterkarten und Modelle eines vertraglich gebundenen meteorologischen Dienstes mit Prognosen für Niederschlag, Wind, Bewölkung, Temperatur und Nullgradgrenze
  • Satellitenbilder
  • Aviation-Wetterkarten von NAV Canada (alle 6 Stunden aktualisiert), einschliesslich Wolkentyp und -verteilung, aktive Wettersysteme, Windgeschwindigkeit und -richtung, Vereisung und Turbulenzen
  • Langfrist-Wettermodelle

Mit diesen Informationen aktualisieren wir die Schneedeckenstruktur-Zusammenfassung und die Beurteilung persistenter Schwachschichten aus dem Guide-Meeting des Vorabends und entwickeln eine Prognose der erwarteten Feldbedingungen für den Tag.

RisikobewertungLawinenprobleme, Höhenstufen, Gefahrenstufenskala und strategische Mentalität

Der nächste Schritt ist die Etablierung der Risikobeurteilung für den Tag:

Lawinenprobleme werden identifiziert und definiert nach:

  • Problemtyp
  • Lokalisierung
  • Bruchebene
  • Typische Tiefe
  • Verteilung
  • Sensitivität
  • Typische Grösse
  • Kommentare

Für jedes identifizierte Problem wird eine grafische Risiko-Karte erstellt.

Die Risikobewertungen werden anschliessend für jede Höhenstufe etabliert:

  • Alpin (über 1500 m)
  • Waldgrenze (1500-1200 m)
  • Unterhalb der Waldgrenze (1200 m bis Talsohle)

Die Bewertungen erfolgen nach der nordamerikanischen Skala für öffentliche Lawinengefahr:

  • 1 – Gering
  • 2 – Mässig
  • 3 – Erheblich
  • 4 – Gross
  • 5 – Sehr gross

Die relative Bedeutung der Lawinenprobleme wird gewichtet (z.B. Wind Slab, Persistent Slab, Wet Loose).

Die Prognosesicherheit wird ebenfalls beurteilt:

  • Hoch: basierend auf solider Datenbasis, Beobachtungen und verlässlichen Quellen
  • Mittel: basierend auf glaubwürdigen, aber begrenzten oder unvollständigen Informationen
  • Niedrig: basierend auf fragmentarischen oder unsicheren Daten

Zusätzliche Kommentare halten Schlüsselüberlegungen fest, etwa:

  • Vorsicht bei Tageserwärmung.
  • Prognostizierte Niederschläge und Wind erhöhen die Risiken in allen Höhenstufen.

Das Team etabliert eine strategische Mentalität für den Tag basierend auf den aktuellen Bedingungen, mit Auswahl aus den folgenden Ansätzen:

  • Assessment: Hoher Unsicherheitsgrad bezüglich der Bedingungen
  • Stepping Out (vorsichtig oder zuversichtlich): Bedingungen verbessern sich, Vertrauen in die Beurteilungen steigt
  • Status Quo: Keine wesentliche Veränderung der Bedingungen
  • Stepping Back: Wetteränderungen oder Beobachtungen erhöhen Risiko oder Unsicherheit
  • Maintenance: Eine persistente Schwachschicht ist neu eingeschneit oder kurz davor
  • Entrenchment: Management einer gut etablierten persistenten Instabilität; letzter Schritt vor Betriebsschluss
  • Open Season: Risikobeurteilung legt nahe, dass nur kleine Lawinen in sehr isolierten Geländeelementen möglich sind, mit hohem Vertrauensgrad
  • Spring Diurnal: Risikobeurteilung legt nahe, dass das einzige substanzielle Risiko aus Nassschneelawinen während der Nachmittags-Tauphase besteht

Der letzte Schritt vor der Übermittlung der Risikobeurteilung ist die Identifikation operativer Risiken:

Im Skiprogramm

  • Tree Wells
  • Versinken im Schnee
  • Gletscherspalten
  • Glide Cracks
  • Lawinendebris
  • Offene Bäche, Löcher, Moats
  • Schlechte Skiqualität
  • Schlechte Sicht
  • Fähigkeit der Gäste

Probleme der Teammitglieder werden ebenfalls besprochen – Müdigkeit, Stress, Krankheit…

Im Flugprogramm

  • Flugzeugprobleme
  • White Landing Zones und Pickups (Schneetreiben oder Flachlicht)
  • Anmerkungen zu Landezonen (uneben oder weicher, unberechenbarer Schnee)
  • Mögliche Vereisungsbedingungen
  • Winde – Stärke, Richtung
  • Flaggen – korrekte Aufstellung zur Windrichtung oder unter Neuschnee
  • Aufstellung / Logistik
Run-List-Planung

Run-List-Codierung und Entscheidungsprozess

Sobald die Risikobeurteilung abgeschlossen ist, prüft das Team und legt fest, welche Runs für den Tag offen oder geschlossen sind: wir nennen das die Run List. Das Run-List-System ist seit den frühen Tagen des Heliskiing in Gebrauch, wurde kontinuierlich verfeinert und wird in kanadischen Operationen als Fundament für die tägliche Planung und Durchführung verwendet.

Alle Runs sind im Run Atlas katalogisiert, der kartierte Lande- und Pickup-Zonen, Fotos, etablierte Skilinien, ATES-Geländeklassifizierungen (simple, challenging, complex), Hangneigungen, identifizierte Risikozonen und historische Nutzungsnotizen enthält.

Aktuell sind rund 150 Runs etabliert und benannt. Viele bieten mehrere Linienoptionen, die im Run-List-Meeting besprochen und mit spezifischen Parametern dokumentiert werden (z.B. ‘nur blaue Linie’, ‘tiefe Landezone’ oder ‘hoher Pickup’).

Das Team prüft die Run List, indem es jeden Run gegen die Risikobeurteilung des Tages bespricht und bewertet, einschliesslich Karten- und Foto-Review sowie Identifizierung geeigneter Skilinien. Dies ist ein kollaborativer Prozess; alle Teammitglieder müssen sich über den Status jedes Runs einig sein. Einmal festgelegt, bleibt der Run-Status für den Tag fixiert.

Im Gelände wählen die Guides aus den freigegebenen (offenen) Runs und beurteilen kontinuierlich, ob die Bedingungen mit der Prognose übereinstimmen. Guides können entscheiden, einen offenen (grünen) Run nicht zu skifahren, falls die Bedingungen abweichen; ein geschlossener Run darf jedoch unter keinen Umständen im Gelände geöffnet werden.

Die Run List ist nach einem Farbcode-System kategorisiert:

Grün

Offen zum Skifahren

Gelb

Offen für Schneesicherheits-Zwecke (z.B. Schneeprofile, Test-Runs)

Rot

Geschlossen und kann für den Tag nicht geöffnet werden

Schwarz

Dauerhaft geschlossen bis auf Weiteres

Weiss

Für den Tag nicht in Betracht gezogen oder offen

Tägliche Planung

Gruppenlisten und tägliche Planung

Die Gruppen werden auf Basis der Gästebuchungen (Gruppen, die zusammen skifahren möchten) oder vergleichbarer Skifähigkeit gebildet, wobei das Gruppengewicht für die operative Planung berücksichtigt wird.

Die Gruppenlisten werden am Vorabend finalisiert und geteilt, sodass die Gäste ihre Gruppenzuteilung und ihren zugewiesenen Guide kennen.

Der tägliche Skiplan inklusive Geländewahl wird gemeinsam von Lead Guides, Guides und Helikopterpilot entwickelt und mit dem zweiten Team koordiniert.

Während des ganzen Tages halten beide Teams eine kontinuierliche Kommunikation aufrecht zu Planänderungen, Wetter, Schneedeckenbedingungen, Skiqualität und Risikobeurteilungen. Diese Koordination ist ein kritisches Element sowohl für die Sicherheit als auch für die effektive Durchführung des Skiprogramms.

Im Gelände

Schneesicherheit während des Skiprogramms

Während des ganzen Tages erstellen die Guides nach Möglichkeit Schneeprofile und kommunizieren die Resultate an die anderen Guides im Gelände.

Ein dedizierter Snow-Safety-Guide ist verantwortlich für Schneetests, Profile, Run-Checks und das Etablieren bzw. Markieren von Lande- (LZ) und Pickup-Zonen (PU). Dieser Guide arbeitet in unmittelbarer Nähe zu den Skiteams oder gemeinsam mit einem zertifizierten Assistant Guide. Seine Erkenntnisse fliessen direkt in die Geländebeobachtungen und die laufende Schneedecken- und Risikobeurteilung ein.

Ein tägliches Snow-Safety-Ziel wird im Morgen-Meeting festgelegt, mit Resultaten, die im Nachmittags-Debriefing geprüft und festgehalten werden.

Die Guides treffen sich auch während der Mittagspause, um die Bedingungen zu prüfen und die Planung für den Nachmittag anzupassen.

Lodge-Operationen

Ground Control, Flight Tracking und Lodge-Kommunikation

Während des Skitags überwacht und protokolliert eine dedizierte Ground-Control-Person – typischerweise der Skitechniker oder ein Guide – alle Flugbewegungen vom Lodge aus.

Diese Person ist in Notfallprozeduren und Kommunikation geschult und fungiert als Incident-Coordinator am Lodge, der den etablierten Rettungsplan bei Bedarf umsetzt.

Sie dient zudem als Kommunikationsbindeglied zwischen Feldteams und Lodge und koordiniert Gäste-Pickups, Helikopter-Betankung und weitere operative Bedürfnisse.

Tagesende

Nachmittags-Debriefing - PM Guides Meeting

Am Ende des Skitags treffen sich Guides, Piloten und Ground Control zum PM-Guide-Meeting, um die Operationen zu debriefen und Beobachtungen abgeglichen mit dem Morgenbriefing zu dokumentieren.

Ein Nowcast der Bedingungen und Beobachtungen wird an InfoEx übermittelt und fliesst in das tägliche Reporting der CAA ein. Diese Information bildet die Grundlage für die Risikobeurteilung des nächsten Morgens.

Wichtige Diskussions- und Aufzeichnungspunkte umfassen:

Operativer RückblickPersönlicher Check-in und operative Auswertung
  • Persönlicher Check-in jedes Teammitglieds zu den Highs und Lows des Skitags
  • Was lief operativ gut und was könnte man besser machen
  • Passte das geplante Programm zu den Verhältnissen?
  • Wie gut wurde das Programm von den Gästen aufgenommen?
Wetter- und LawinenbeobachtungenGeländebeobachtungen und nennenswerte Ereignisse
  • Wetter-Geländebeobachtungen
  • Lawinenbeobachtungen – nennenswerte Ereignisse
  • Lawinen-Übersicht – beobachtete Aktivität
Schneeprofile und Schneedecken-ÜbersichtSchneedaten für den Plan des Folgetags festhalten
  • Schneeprofile
  • Geländemanagement
  • Schneedecken-Übersicht
  • Updates zur Bewirtschaftung persistenter Schwachschichten
Risikobeurteilungs-NowcastLawinenprobleme und Risikobewertung
  • Risikobeurteilungs-Nowcast
  • Identifikation der Lawinenprobleme
  • Risikobewertung
Programm- und Flug-ReviewPilot-Input und Tagesprogramm-Review
  • Programm-Review
  • Flug-Review
  • Pilot-Input
  • Tägliche Aufgabenliste
  • Allgemeine Mitteilungen
Operatives Follow-up:Den Tag abschliessen und den nächsten vorbereiten
  • Übermittlung der Zusammenfassung an InfoEx
  • Diskussion und Planung der Gruppen für den Folgetag
  • Bestätigung allfälliger Gruppenwechsel
  • Erfassung gefahrener Runs und der täglichen Höhenmeter pro Gruppe (vor dem Abendessen veröffentlicht)
  • Erstellung und Versand eines internen Tagesberichts an Management und Reisebüros

Damit endet ein typischer Operations-Tag bei White Wilderness Heliskiing.

Standards & Training

Zusätzliche Sicherheitsprozeduren und -standards

Über das Tagesprogramm hinaus erstrecken sich unsere Sicherheitsstandards auf Guide-Zertifizierung, Ausrüstung, Training und Notfallplanung.

Guide-Zertifizierung und -Akkreditierung:

alle Guides sind durch die International Federation of Mountain Guides Associations (IFMGA), die Association of Canadian Mountain Guides (ACMG) oder die Canadian Ski Guides Association (CSGA) zertifiziert und erfüllen ihre Weiterbildungsanforderungen.

Erste Hilfe und operative Ausrüstung:

Alle Guides verfügen über eine gültige 80-stündige Erste-Hilfe-Zertifizierung und sind im Umgang mit der gesamten operativen Ausrüstung geschult.

Unsere Rettungsausrüstung ist gut gewartet, dokumentiert und wird jede Saison aktualisiert. Die Ausrüstung ist von höchster Qualität und auf die Bedürfnisse unserer Operation abgestimmt.

Jährliches Vorsaisontraining:

Jedes Jahr halten wir ein einwöchiges Training mit Guides und Piloten ab, um Branchenstandards zu erfüllen, unsere Fähigkeiten zu verfeinern und die Teamkoordination zu stärken.

Jährliche Rettungsszenario-Übung:

Jedes Jahr wird ein vollständiges Rettungsszenario im Gelände mit dem gesamten Personal geübt, einschliesslich Lodge-Personal und externer Ressourcen.

Notfallpläne (ERPs):

Unsere ERPs werden regelmässig aktualisiert und mit regionalen Operationen und Behörden geteilt, mit gegenseitigem Zugriff auf deren Pläne.

Branchenkonformität

Wir pflegen hohe operative Standards und einen starken teambasierten Ansatz, um unseren Gästen ein sicherheitsorientiertes Programm zu bieten – in Übereinstimmung mit Branchenanforderungen und der Helicat-Canada-Akkreditierung.