Auf geht’s, La Niña!
Wenn La Niña ruft
In den sozialen Medien wird eifrig über die erwartete Rückkehr von La Niña im kommenden Winter diskutiert. Diverse Anbieter erstklassiger kanadischer Powder-Erlebnisse auf Ski und Board sagen den Winter unserer Träume voraus. Es scheint fast, als müsste man ein wenig verrückt sein, um in diesem Winter keine Heliskiing-Odyssee zu planen. Klingt fantastisch - aber ist das nicht zu schön, um wahr zu sein?
Wetterprognosen - ein Blick in die Glaskugel
Zunächst muss man verstehen, dass Langzeitprognosen komplexer Systeme - wie globaler Wettermuster - grundsätzlich fehleranfällig sind. Es gibt schlicht zu viele Variablen, und wir Menschen sind einfach nicht klug genug, um solche Dinge zuverlässig zu berechnen. Nimmt man die komplexen Bewegungen und Veränderungen der Luftmassen hinzu - und wie sie von den Bergen geschoben, gezogen und angehoben werden -, bleiben Wetterprognosen, die nur innerhalb von 12 bis 24 Stunden einigermassen genau sind und danach von Tag zu Tag unzuverlässiger werden.
Was hat es dann mit den Saisonprognosen auf sich? Grossräumige Langzeitprognosen beruhen auf riesigen Datenmengen und komplexen Algorithmen und erlauben durchaus einen brauchbaren Blick in die Zukunft - allerdings nur in allgemeiner Form. Nehmen wir zum Beispiel El Niño und La Niña.
El Niño und La Niña: Die Launen des Pazifiks
Die Southern Oscillation von El Niño und La Niña ist ein Zyklus warmer und kalter Wasserbänder, die sich im Pazifik bilden. Die Temperaturen werden an der Meeresoberfläche gemessen und spielen eine grosse Rolle bei der Entstehung jener Wettersysteme, die in den Bergen Westkanadas Schnee bringen. El Niño ist die warme Phase, La Niña die kalte. Grob gesagt sind El-Niño-Winter mild und nass, La-Niña-Winter kühl und stürmisch.
Der Monster-El-Niño, der keiner war
In den Monaten vor der letzten Heliskiing-Saison war die Nachrichtenlage voll von schaurigen Vorhersagen eines warmen, schrecklichen Winters. Ein "Monster-El-Niño" braute sich im Pazifik zusammen, und ein Winter, der eher zum Golfen als zum Powderfahren einladen würde, schien nahezu sicher. Doch El Niño kam und ging ohne allzu viel Dramatik. Nach allgemeinem Urteil war es ein "eher milder", aber grossartiger Winter in Kanada - gerade kalt genug. Gäste wie Guides waren zufrieden, Tag für Tag und Woche für Woche.
Kommt jetzt der Winter unserer Träume?
Also steht uns ein grossartiger Winter bevor - richtig? Die einfache Antwort lautet "wahrscheinlich".
Die beste Antwort aber lautet: Es ist Kanada. Und hier ist es ohnehin fast immer gut.
Ehrlich: In fast 20 Jahren als Guide habe ich noch keine Heliski-Woche völlig verschenkt erlebt. Das heisst nicht, dass ich nicht auch einige schwierige Wochen hatte. Aber es gab immer einen Weg, das Kaninchen aus dem Hut zu zaubern - genau darin liegt die grundlegende Schönheit eines Helikopters in den Bergen. Wir können dorthin fliegen, wo die Verhältnisse gut sind, und mit dem Helikopter Probleme lösen.
Auch wenn wir nicht genau wissen, wie der kommende Winter verlaufen wird, haben wir einiges auf unserer Seite:
- Wir haben das Glück, im weltweiten Mekka des Heliskiing zu operieren: in British Columbia.
- Die Saisonprognose spricht von einem "Anti-El-Niño" - auf geht's, La Niña!
- Historisch waren La-Niña-Winter an der nördlichen Zentralküste sehr grosszügig: tiefer, beständiger Powder zum Fahren und Riden.
- Es ist Kanada! Hier ist es fast immer gut …
Her mit dem Powder, La Niña!
Wie fast mein ganzes Leben lang freue ich mich riesig auf den kommenden Winter. Ob uns La Niña nun mit ihrer Anwesenheit beehrt oder nicht - ich weiss, dass wir eine lange Saison voller unvergesslicher Bergerlebnisse mit grossartigen Menschen aus aller Welt geniessen werden.
… vom sommerlichen Schreibtisch von Ken Bibby, Operations Manager



